(Jellonnek, Burkhard; Lautmann, Rüdiger)
Verdrängt und ungesühnt. Autorenportrait Rüdiger Lautmann, Jg. 1935, Dr. phil., ist Professor im Institut für empirische und angewandte Soziologie der Universität Bremen. Er forschte bislang vor allem in den Bereichen Geschlechter- und Sexualverhältnisse, Recht und soziale Kontrolle. Jetzt arbeitet er in der empirischen Kultursoziologie
(Jagose, Annamarie)
Queer" ist in der englischen Sprache ein Schimpfwort gegen Lesben, Schwule und diejenigen, die sichtbar Geschlechter- und Sexualitätsnormen übertreten. Wörtlich übersetzt heißt "queer" ungewöhnlich, sonderbar oder eigenartig. Die Brisanz von "queer" versuchen die Übersetzer und Übersetzerinnen sowie Herausgeber und Herausgeberinnen im Vorwort anhand einer möglichen Übersetzung von "queer" mit "pervers" zu verdeutlichen. Doch worum geht es in Queer Theory?[...] Jagoses Überblick über die einzelnen Diskussionen und Positionen innerhalb und um die Queer Theory wird durch die "Anschlüsse" durch die Herausgeber in der deutschen Ausgabe ergänzt. Sie zeigen die Entwicklung seit dem Erscheinen von 1996 in der Literatur auf und erweitern den Blick auf die Diskussion um betrachtenswerte Fragestellungen. Die Herausgeber ergänzen die Darstellungen und Erörterungen Jagoses ferner durch die Einbettung der Queer Theory in Deutschland und damit die Unterschiede im Vergleich zu der in den USA entstandenen Auseinandersetzung. Jagoses Einführung in die Queer Theory bietet die Möglichkeit, sich schnell einen Überblick über den Gegenstand, die wichtigsten Entwicklungen, die Vertreter sowie die Terminologie zu verschaffen
(Kappe, Katharina)
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, haben Historiker, Biographen und Literaturwissenschaftler immer wieder große Mühe darauf verwendet, die Geschichte leidenschaftlicher Frauenfreundschaften zu vertuschen und zu leugnen. Die Autorinnen dieser Anthologie enthüllen, in welchem Maß die Lebenszeugnisse berühmter Schriftstellerinnen wie Charlotte Bronte, George Eliot oder Vera Brittain entstellt, verschwiegen oder gewaltsam umgedeutet wurden. Die Nachforschungen der Londoner 'Lesbian History Group' erlauben, wichtige Einblicke in die Netzwerke von Frauen, erkunden die Geschichte von 'Femme' und 'KV' und betrachten auch die Heldinnen der einst so beliebten Internatsromane in einem ganz neuen Licht.
(Pretzel, Andreas; Roßbach, Gabriele)
empfehlenswert, empörend, erschütternd. Seit den Aufzeichnungen L. D. Classen von Neudeggs "Aus meinem KZ-Tagebuch" und Heinz Hegers Be-richt "Die Männer mit dem rosa Winkel" hat mich kein Text über die Schwulenverfolgung im Dritten Reich so mitgenommen und empört wie dieser: hier wird nicht nur vom menschenverachtenden System der Nazis, ihren Foltern und Morden berichtet, hier wird alles mit Aktenzeichen und Dokumenten belegt. (Egmont Fassbinder)
Eine politische Geschichte der Homosexualität Ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Toleranz
Nicht erst seit dem Coming-out prominenter deutscher Politiker hat sich der Umgang der Öffentlichkeit mit Homosexuellen weitgehend normalisiert. Warum gibt es trotzdem auch weiterhin diffuse Ängste und Vorbehalte in der heterosexuellen »Mehrheitsgesellschaft«? Volker Beck, einer der wichtigsten politischen Vorkämpfer für die Rechte der Schwulen und Lesben, liefert die erste fundierte Gesamtdarstellung der Geschichte der Homosexualität.
Volker Beck, der federführend bei der Durchsetzung des Lebenspartnerschaftsgesetzes von 2001 war, trägt erstmals die Geschichte der Homosexualität unter politischen Gesichtspunkten zusammen: Von der Legende der homosexuellen Griechen, den Unterdrückungskonzepten des Mittelalters, Magnus Hirschfelds erstem Versuch, mit seinem Entwurf vom Dritten Geschlecht die Homosexuellenfrage auf die politische Agenda zu setzen, bis hin zur Verschärfung des Paragraphen 175 durch die Nazis, der in der Bundesrepublik bis 1969 Gültigkeit besaß. Seit Ende der 80er Jahre befreien sich Homosexuelle vom Ruch zweifelhafter Bars und einschlägiger Parks. Sie, die sich bisher vor allem in Abgrenzung und gegen gesellschaftliche Repression definierten, müssen nun ihre Normen, Werte und Grenzen neu erfinden – Volker Becks Buch ist ein wichtiger Beitrag dazu.