(Nancy Toder)
Eine klassische Liebesgeschichte - einfach zauberhaft! Sandy und Jenny kennen sich seit ihrer Collegezeit. Damals waren sie beste Freundinnen, die alles miteinander teilten - auch ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Sie sind leidenschaftlich ineinander verliebt. Bis Jenny eines Tages Bruce kennenlernt. Sandy ist am Boden zerstört. Schließlich verlieren sich die beiden Frauen aus den Augen. Doch acht Jahre später treffen sie einander wieder - auf Hawaii ...
(Sellier, Stephanie)
Die Autorin läßt ihre Protagonistinnen inmitten des schwullesbischen Alltags auftreten, im Geschlechterkrieg der Frisöre und in den lesbischen Bars, als verzweifelte Putzfrau in der Nähe der begehrten Kneipenwirtin und in der Frauen-WG. Wie rächt sich eine Lesbe, nachdem sie von einem schwulen Frisör verschandelt worden ist? Wie wird sie mit verteufelt großbusigen Arbeitskolleginnen um die Fünfzig fertig? Warum braucht Monika eine Pistole? Daraus entwickeln sich wunderbar absurde (Großstadt-)-Abenteuer.....
(Tulchinsky, Karen X.)
Nomi, eine jüdische Lesbe aus Kanada, die es der Liebe wegen ins Homoparadies San Francisco verschlagen hat, leidet. Ihre Liebste, Sapphire, eine verkrampfte WASP-Lesbe, hat angekündigt, fortan eine "offene Beziehung" leben zu wollen, und schon findet Nomi sie in den Armen eines zungenküssenden Hünen wieder ("Er ist bi"). Was tun? Mord oder Selbstmord? Andere Lesben? Vergiss es: Die rennen alle weg, bevor es ernst werden könnte. Auch der Befehl von Mama Rabinowitsch aus dem kalten Toronto, umgehend zu ihrer bevorstehenden Hochzeit zu erscheinen, verlockt Nomi nicht gerade. Doch in Toronto hat das Schicksal ein Einsehen und ein irrwitziges Showdown bereitet sich vor.
(Swearingen, Ida)
Kate Porter kommt nach zwölf Jahren Haft aus dem Knast. Und sie hat eine alte Rechnung zu begleichen: Ihr Vater, der rechte Milizführer und gesuchte Bankräuber Bud Porter, ist noch immer auf freiem Fuß. Er war es, der Kate aus der Highschool holte, um sie als Ersatzmann für einen Banküberfall zu benutzen, bei dem alles schief ging. Die Geschichte endete damit, dass Kate sich freiwillig stellte und als Kronzeugin gegen ihren Vater und seine Kumpane aussagte. Sie bekam 12 Jahre, und er tauchte spurlos ab. Jetzt nimmt Kate seine Fährte wieder auf. Von ihrem Verbündeten, dem Vogelfreund und Special Agent Ray Gruber, weiß sie, dass die American Patriotic Front unvermindert aktiv ist besonders in Texas, der angestammten Hochburg der Good Old Boys . Da ihr Vater immer schon auf Waffenschmuggel spezialisiert war, versucht Kate sich in dem texanischen Küstenstädtchen Corpus Christi in die entsprechenden Kreise einzuschleichen. Dort trifft sie unverhofft eine alte Bekannte und gerät in den tödlichen Griff mächtiger Drahtzieher. Eine hinreißend widersprüchliche, originelle Heldin, viel Action/Suspense und pointierter Stil: Nachtvogel ist ein Meilenstein lesbischer Thrillerkultur.
(Schulman, Sarah)
Eine jüdische Lesbe, ein geborener Gewinner und ein Schwarzer mit einem Traum: Drei faszinierende, schillernd lebendige Figuren kollidieren in einer Zeit voller Dramatik und Veränderung, durchwebt von Jazz und Neon...Manhattan 1948. Politik sickert in die Beziehungen und Begegnungen der Leute, durchdringt die knoblauchdunstenden Gassen Little Italys, den Times Square mit seinen gleißenden Leuchtreklamen, den plüschgedämpft zur Schau gestellten Luxus des Stork Club... - es ist die McCarthy-Ära in New York City. Sylvia Golubowski hat beschlossen, Reporterin zu werden. Im ersten Anlauf bringt sie es zu einem Job im Stenotypistinnenpool des Boulevardblatts New York Star. Die meisten Mädels hier haben zweierlei im Sinn: Männer und den Schreibtischstuhl vor ihnen - denn Karriere machen heißt hier einen Tisch weiter rücken. Doch Sylvia Golubowski geht andere Wege... Austin Van Cleeve vollzieht seinen unaufhaltsamen Aufstieg beim Konkurrenzblatt. Gekonnt versprüht er sein Gift als Klatschkolumnist. Selbstredend auch so, dass der Weg zur Macht frei wird. Ein Mann, der weiß, was er will, und den Scharfblick besitzt, um es ganz sicher zu bekommen. Cal Byfield hat einen Universitätsabschluss und schwenkt die Pfanne in einem Hamburgerlokal. Er tut es für seine Vision: ein Negroe-Theater am Broadway... Sarah Schulman erweckt das Amerika der Nachkriegszeit zum Leben und seziert es - distanzlos und weise, zärtlich und unversöhnlich, mit dem Blick einer Historikerin und der Sprache einer Dichterin.Die New Yorker Schriftstellerin Sarah Schulman hat sich als moderne Literatin und Gegenwartskritikerin einen Namen gemacht. Sie ist auch als Bühnenautorin und Journalistin tätig, engagierte sich bei "ACT-UP" in der Politik um HIV und Aids und war Mitgründerin der radikalen Aktionsgruppe "Lesbian Avengers". Sarah Schulman hat sich mit ihren politisch wie literarisch Neuland betretenden Romanen ein eigenes Publikum erobert.
(Stark, Elizabeth)
Lespress-Rezension Alta ist eine junge butch im San Fransisco Ende der 90er Jahre. Sie liebt diese Stadt, Mekka der Lesben- und Schwulenbewegung, in der sie seit 5 Jahren lebt. Für sie war ihre Ankunft hier eine Offenbarung. Unbekannten betrachten sie wohlwollend so wie sie ist: stoppelkurze Haare, Motorrad und Tatoos auf den Armen. Letztere verpasst sie auch anderen, in ihrem Geschäft. Auch piercings macht sie und erkennt an, dass gerade weiße Lesben und Schwule Narben und andere Zeichen auf ihrem Körper ehren. Alta kann so gut wie jedes Mädchen haben, von denen sie nie die Namen weiß, denn nur einen Nacht verbringt sie mit ihnen, dann ist sie wieder alleine. Sie will, und das erläutert gleich der erste Satz des Romans, ihre Jugendliebe vergessen. Genauso verbannt sie ihre lesbenfeindliche Mutter aus ihrem Kopf. Die hat sie schließlich mit siebzehn Jahren vor die Türe gesetzt. Zum Glück war da die Nachbarin, die Mutter ihrer Jugendliebe, die sie bei sich aufnahm und nach dem Schulabschluss in weiser Voraussicht nach San Fransisco schickte. Diese Nachbarin hat einen Herzanfall und so beginnt der Roman. Shy, Altas alte Jugendliebe kommt, um die Mutter im Krankenhaus zu sehen. Nach 5 Jahren Schweigen, nachdem sie ohne eine Erklärung abgehauen war. Shy hatte sich nie bei Alta gemeldet. Alta hat den Verlust bis heute nicht verkraftet und ihre Liebe und Wut grummeln tief in ihr. Nun holt die unverarbeitete Vergangenheit Alta ein. Shys Mutter liegt im Sterben. Auch ihr hatte Shy sich jahrelang nicht gezeigt. Und nun ist Shy schwanger. Sie scheint weggelaufen zu sein, um sich von der besitzergreifenden Mutter, von deren Vergangenheit sie fast nichts weiß, endlich zu lösen. Ihr Weggehen hat auch mit der Jugendliebe zu Alta zu tun. Doch Shy ist nicht bereit, Alta etwas zu erklären. Aber Alta will es wissen. Ein Hin und Her beginnt, das mit abgebrochenen Gesprächen, sexuellen Annäherungen, Unverständnis und Verschlossenheit von beiden sinnlos zu werden droht. Bis Alta ein Geheimnis von Shys Mutter ausgräbt, das vieles an Shys Verhalten erklärt. Es ist tröstlich, dass sich modernes amerikanisches lesbisches Leben mit der europäischen Geschichte treffen kann, ohne dass die Generationensprünge unglaubwürdig wirken. Junge Menschen, die nach Ausschweifungen gieren und mit allerlei Lebensformen experimentieren, setzen sich, wenn es sie betrifft, mit Geschichte auseinander. Jede hat dafür ihre Form. Ein wenig kitschig gerät die Begegnung mit einem alten lesbischen Paar. Trotzdem wird der Roman nicht oberflächlich. Er lässt mit den Gedankensprüngen der Hauptperson Alta Platz für eigene Phantasien. Warum sollte dann noch das Ende happy sein?
(Tomaso, Carla)
Die Ich-Erzählerin, Lehrerin an einer High-School für Mädchen, hat einen freien Tag. Was tut sie? Sie liegt lethargisch und ketterauchend im Bett. Sie hat zwei Probleme: Sie hat keine Geliebte, mit der sie den freien Tag verbringen könnte, und sie ist soeben aus einem Alptraum erwacht, in dem sie mit einem Messer auf ihre Mutter losging.